Talent und Tränen

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Du hast einfach Talent! Haben wir diesen Satz nicht alle schon einmal oder mehr als einmal gehört? Das ist meistens anerkennend gemeint und wir fühlen uns gebauchpinselt. Die Menschen brauchen eine These, wie eine bestimmte Leistung zustande kommen kann, die ihnen nicht ohne weiteres gelingen würde. Aber die Talentthese hat zwei grosse Haken:
Haken eins ist, dass die allermeisten, die etwas besonders gut können, unwahrscheinlich viel Zeit investiert haben um gut zu werden. Die Talentthese negiert diese Anstrengung völlig. Egal ob eine junge Schlagzeugerin oder ein erfolgreicher Coiffeur: Sie haben auf dem Weg zum Erfolg geübt, gelernt, geschwitzt und geflucht.
Das ist auch im Textwesen nicht anders. Schreiben kann man nicht einfach so. Wir haben vielleicht eine Neigung in die Wiege gelegt bekommen, aber zur Reife kam sie dank mühsam gekrakelten Buchstaben in der ersten Klasse, dank lesenswerten Büchern, dank ermutigenden Rückmeldungen in der Schulzeit, dank Aus-und Weiterbildungen und dank Tipps und Beispielen von den Besseren und Besten.

Der grösste Teil der Texterei ist eben nicht Kunst, sondern Handwerk - oder im digitalen Zeitalter: Fingerwerk.

Das bringt uns zu Haken zwei: Wer Schreiben als Talent begreift, nimmt sich die Chance, dieses Fingerwerk selber zu lernen und zu verbessern. Nicht alle werden schillern und goethen, nicht alle mit Buchstaben Geld verdienen, aber praktisch alle des Schreibens Mächtigen können diese Fähigkeit verbessern - durch Neugier, Erfahrung, Übung und Lernen. Das lohnt sich, denn gute Texte wirken besser und bewirken mehr.

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